GAMES IS FUN?! YES BUT ALSO SEXIST !!

Sexismus ist immer ein Thema. Vor allem bei Kunst und Unterhaltung, zwei immer starken Marken, hat es selten größere Diskussionen gegeben. Warum ich es richtig gut finde, dass inzwischen auch über Sexismus in Spielen geredet und gestritten wird, erfahrt ihr vielleicht in diesem Text.

Ich liebe das Internet.

Ich liebe das Internet.

Videospiele sind richtig cool. Inzwischen hat das jeder begriffen und so kommt es, dass es kaum noch einen Unterschied in der Anzahl männlicher und weiblicher Spieler gibt. Da sich der Anteil der Damen aber erst in den letzten Jahren drastisch erhöht hat, ist es sicher auch nicht falsch zu sagen, dass der Core-Gamermarkt immer noch minimal mehr Männer beinhaltet. Ganz so schlimm und klischeehaft wie wir es zum Beispiel in dieser ziemlich seltsamen Liste (Ringer-Spiele???) erlesen können, ist es jedoch sicher nicht. Die spielenden Frauen, mit denen ich Kontakt habe, spielen MOBAs, Ego-Shooter und Mario 64 – den selben Blödsinn wie ich also. Dass es allerdings immer noch ziemlich viel Widerstand gegen spielende Damen gibt, lässt sich an Projekten wie #1reasonwhy erkennen. Hier konnten Frauen über diskriminierende Erlebnisse berichten. Höchst interessant und ziemlich peinlich für die erwähnten Gamer. Wer mehr dazu erfahren will, schaut sich zum Beispiel den Beitrag von High 5 zu dem Thema an.

Ein anderer großer Teil der Debatte lenkte aber natürlich in eine andere, damit verbundene Richtung. Nicht nur Gamerinnen sind noch immer wenig akzeptiert, auch die virtuellen Frauen fristen in vielen Facetten ein sehr diskutables Dasein. Die Medienkritikerin und Videobloggerin Anita Sarkeesian fasste sich kurzerhand ein Herz (weil es ihr ziemlich gegen den Strich ging) und sammelte ordentlich Kohle auf Kickstarter, um eine Videoserie über Frauen in Videospielen zu machen. Was sie dabei herausfand sollte jedem halbwegs bewussten Spieler klar sein. Die meisten weiblichen Figuren sind entweder Sexpuppen oder weiche Wesen, die es zu retten gilt. Dass dies in fast jedem Medium des 20 Jh. so ist und so zum Beispiel auch für die Filmindustrie gilt, ist eigentlich ziemlich ̶s̶̶c̶̶h̶̶e̶̶i̶̶ß̶̶e̶ blöd. Der frische Rene Heuser hat für die Gamestar einen Text zu dem Thema geschrieben, der damit argumentiert, dass Spiele Fantasywelten sind, in denen das geschehen kann und darf, was da eben geschieht. Damit hat er im Grunde recht. Videospiele sind fiktive Orte, die wir uns formen, wie wir es eben wollen. Wer gerne kleine schwache sexy Prinzessinnen retten will, der soll das gerne tun. Ganz so einfach ist das jedoch nicht.

Kunst? Kinder?

Das liegt für mich an zwei Dingen, die mit Spielen an sich zu tun haben. Erstens geht es dabei um die Kunst, zweitens um die Verantwortung ebenjener. Videospiele wollen Kunst sein, zumindest einige. Das macht es uns ziemlich einfach zu sagen, dass die Entwickler es doch hinkriegen müssten, starke Frauenrollen in Videospiele einzubauen. Es sind nämlich nicht nur Erwachsene mit ausgeprägten Werten sondern auch Kinder, deren Wertvorstellungen noch im Entwicklungsprozess sind, die Videospiele spielen. Diese kriegen von der Industrie konsequent nur männliche Helden vorgesetzt. Klar gibt es Ausnahmen. Für meine Bilderstrecke über gute weibliche Figuren musste ich allerdings tief wühlen. Viele Ausnahmen sind dies nämlich nicht. Viele Spiele agieren in ihrem Kunstverständnis natürlich in anderen Parametern. Ob rein visuell, akustisch oder übers Gameplay – ich möchte keinem großartigem Spiel mit männlicher Hauptrolle seinen künstlerischen Wert absprechen. Dafür liebe ich die Games viel zu sehr. Dieser Fakt zeigt uns auch, dass hier vor allem Geld dahinter steckt. Wie in der Filmindustrie hat einfach kein Publisher den Mut, auf weibliche Hauptrollen zu setzen Auch hier gibt es gibt natürlich Ausnahmen (Ellen Page!) und davon immer immer mehr. Das ist ein guter Wandel und dieser Wandel wird auch den letzten Idioten irgendwann keine Wahl mehr lassen. Wichtig ist allerdings: weibliche Charaktere sollen glaubwürdig sein. Eine männliche Rolle einfach nur neu anzukleiden und zu vertonen, ist nicht der richtige Schritt. Bei Spielen, in denen die Charakterwahl keine Rolle spielt, ist dies natürlich irrelevant.

Ich will weiterhin einen Helden spielen. Ich will aber genauso, dass sexuelle Stigmata, die seit Ewigkeiten in der Gesellschaft existieren und sogar heute noch für viel Trauer sorgen, durch Künstler unserer Zeit aufgebrochen und bloßgestellt werden. Spiele, in denen männliche Helden zu ultra-blöden Machos (Wolfenstein) werden sind tolle satirische Beispiele. Spiele in denen Frauen ganz normale Rollen einnehmen und selber nur Quatsch machen (Bayonetta) sind noch bessere Beispiele. Ich liebe Spiele und ich will, dass Spiele mich mehr fordern, mir mehr Zeit für Gedanken geben. Ich will aber auch Battlefield spielen dürfen, ohne mich schlecht zu fühlen. Das Thema war übrigens so wichtig für mich, dass ich den Artikel dreimal in sich neu geschrieben habe und mir gar nicht mehr sicher bin, was in der ersten Zeile steht. Bitte nicht weitersagen.

Was nun folgt ist eine Liste von weiblichen Figuren in Spielen, die ich gut finde. Auf ausschließlich selbst steuerbare Damen verzichte ich, da ich diese Serie bewusst subjektiv gestalten möchte. Ich hoffe, euch gefällt´s!

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