WOMEN NO PLAY CARDS U FOOL

Was ist das tolle an Videospielen? Richtig, sie machen scheiße viel Spaß.

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Was ist das Tolle an Onlinespielen? Richtig, man kann weltweit Menschen beleidigen und muss dabei nicht mal sein Gesicht zeigen. Im Ernst, die Anonymität der Internets erzeugte eine neue Art der sozialen Interaktion, die sehr asozial (s.o.) aber dafür ungemein fair sein kann. Im Internet sind wir alle gleich. Manche sind ein bisschen bekloppt, aber jeder hat die Chance auf alles. Egal wie du aussiehst, was du isst, welchen Hund du hast oder was zwischen deinen Beinen ist oder war und wem du gern zwischen die Beine gehst – scheiß egal. Hauptsache du kannst gut zocken und lustige englische Wortspiele machen. Eigentlich ist das nichts, was man der Menschheit im 21. Jh. und vor allem den Videospielpionieren näher bringen müsst.

Eigentlich nicht – dennoch: die finnische Qualifikationsrunde für das IeSF World Championship Tunier in Baku ermöglichte es Frauen nicht, sich für ihre Teilname mit dem Spiel Heartstone anzumelden. Das lag, so die Zuständigen in Finnland, einfach daran, dass der koreanische IeSF Dachverband keine Finalrunde für Frauen anbot, weil man dort Männlein und Weiblein strikt trennen wollte, um sich allgemein anerkannten Sportarten anzupassen. Fußball lässt grüßen. So sollte eine internationale Anerkennung der E-Sports erreicht werden. Und alle so: „HEEEH!!! WE WANT PLAY CARDS!“

Keine Sorge: Inzwischen wurde die Regelung zurück genommen, was vor allem am Mega-Evolution Shitstorm lag, der netzweit für Aufuhr sorgte. Im Gegensatz zur Debatte um Frauen in Videospielen, waren sich die Medien hier aber recht einig. Das was die IeSF da wollte ist harter Blödsinn. Ich erkläre euch wieso:

Es ist ok, dass E-Sports als „richtige“ Sportart anerkannt werden wollen. Das ist sogar richtig super, dann nehme ich nämlich ab sofort ab, wenn ich zuhause am Rechner sitze. Es ist sogar in vielen Sportarten ok, Männer und Frauen zu trennen, auch wenn dies den transsexuellen Sportlern oft Probleme bereitet. Es ist allerdings nicht ok, dass die IeSF so krass buckelt, um anerkannt zu werden. Computerspiele sind, wie oben erwähnt, eine großartige Chance für Gleichberechtigung. Wir haben hier einen Wettbewerb, der fast nur von den Reaktionszeiten der Mitspieler abhängt. Es gibt keine Muskeln, keine Lungenvolumina, die hier eine Rolle spielen. Frauen und Männer könnten locker gegeneinander antreten. Ob das fair ist, kann die Zeit zeigen. Falls nicht, kann ja immer noch getrennt werden.

Was mich viel mehr stört ist der Fakt, dass so schon wieder der männliche Sektor deutlich prominenter präsentiert wird, als der weibliche. Die Qualität des weiblichen Videospiels steht dem männlichen in Nichts nach. Wieso also wieder den Männer (Fußball!!!) die große Bühne überlassen? Weil die alten internationalen Sportlobbyisten das wollen? ̶L̶̶e̶̶c̶̶k̶̶t̶̶ ̶̶m̶̶i̶̶c̶̶h̶̶ ̶̶a̶̶m̶̶ ̶̶A̶̶r̶̶s̶̶c̶̶h̶̶!̶

Nicht mit uns Videospielern, danke.

Weibliche Assassine in Sunset Overdrive. Fett.

Weibliche Assassine in Sunset Overdrive. Fett.

Und es gibt noch weitere gute Nachrichten und Belege dafür, dass es Sinn macht, sich im Internet über solchen Blödsinn aufzuregen. Die Entwickler von Far Cry 4 haben versichert, dass ihr Spiel „mit Frauen vollgestopft“ sein wird. Das ist ein bisschen niedlich; eigentlich aber ziemlich cool und zeigt, dass auch Ubisoft aus vergangenen Dummheiten gelernt hat.

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