Plants vs. Zombies: ̶A̶̶d̶̶v̶̶a̶̶n̶̶c̶̶e̶̶d̶̶ ̶̶M̶̶o̶̶d̶̶e̶̶r̶̶n̶ Garden Warfare: ̶G̶̶h̶̶o̶̶s̶̶t̶

“…niedliche Methode, um Kindern Gewalt näher zu bringen.”

Es kommt selten vor, dass meine Mitbewohnerin mir beim Spielen zuschaut. Es kommt noch seltener vor, dass sie bei einem Shooter mit Kriegsthematik und Optik länger als eine Minute zuschaut. Das kann ich ihr nicht verdenken, jeder hat sein eigenes Verständnis von guter Action und nicht jeder ist so ein begeisterter Videospieler. Bei Garden Warfare allerdings setzte die gute Dame sich dazu und schaute mir sehr lange gebannt zu. Die netten Figuren, die knuddelige Knoblauchdrohne und die süßen Sounds haben sichtlich überzeugen und fesseln können. Sie war sich aber nicht ganz sicher, ein gewisser Zweifel lag in ihrem Gesicht. Als ich sie fragte was denn sei, kommentierte sie das Spiel: “Das sieht total süß aus und das ist eine unglaublich niedliche Methode, um Kindern Gewalt näher zu bringen.” Was mich daran irritierte war ihr Tonfall. Statt wie eine Regine Pfeiffer gegen die Games zu hetzen war sie sich selbst nicht sicher, ob das nun gut oder schlecht ist. Ohne weitere Wertungen verließ sie dann auch meinen kleinen Vorstadtskrieg.

Sollten Kinder solche Spiele zocken, statt wie “die Großen” auf den virtuellen Schlachtfeldern von Battlefield abzutauchen? Sind es Spiele wie Garden Warfare, die Kinder desensibilisieren und vor den negativen Aspekten des Krieges abstumpfen? Ich finde, Garden Warfare macht etwas komplett anderes. Garden Warfare macht sich über die Dummheit des Krieges lustig. Die Sinnlosigkeit, Menschen auf Schlachtfelfer zu schicken, damit diese sich töten, wird mit Hilfe der total bekloppten Figuren, Aktionen und Fähigkeiten ad absurdum geführt. Statt echter Menschen kämpfen hohle Zombies und schelmisch grinsende Pflanzen gegeneinander. Statt tödlicher Granaten werden Chilibomben und Pfurzgranaten geworfen. Der Rotor der Kampfdrohne hört sich an als würde ich meine Lippen schlabbern lassen, alles wirkt einfach total lächerlich. Alles wirkt so wie ein kleines Kind, dass mit seiner Hand ein Kampfflugzeug nachstellt und laut “Tschiu tschiu buff buff buuum” schreit. Klar ist Krieg kein lustiges Thema, aber einer Satire, die derart respektlos mit dem Thema umgeht, kann ich viel abgewinnen.

Eltern sollten generell schauen, was ihre Kinder spielen und auch die enthaltenen Thematiken besprechen, sollten diese mit realen Ereignissen kohärieren. Dennoch denke ich nicht, dass ein Garden Warfare irgendwelche moralischen Aspekte betrifft.

Aber was weiß denn ich, ich hab´ ja nicht mal Bartwuchs. Was sagt ihr zu dem Thema?

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